Farben

  • Die Farbe Blau

    Blau - Die Lieblingsfarbe

    Nach neuesten Umfrageergebnissen ist Blau die Lieblingsfarbe der Deutschen. Das war nicht immer so. Blau hat Rot als Lieblingsfarbe abgelöst. Das hat seinen Grund durch die radikale Anwendung des Farbtons Rot in aggressiver Werbung (z.B. ein großer Elektronik-Händler, ein beliebtes Erfrischungsgetränk usw.).
    Grund genug, sich damit auseinander zu setzen, wie man Blau eigentlich sinnvoll einsetzen kann.

    Blau - Die kalte Farbe?

    Sehr oft wird Blau in der Raumgestaltung abgelehnt, weil es als kalte und daher unangenehme Farbe angesehen wird. Diesem allgemein gültigen Vorwurf stehen allerdings einige sehr positive Eigenschaften dieser Farbe gegenüber.
    Tatsächlich wirkt Blau meist eher kühl, aber nicht zwangsläufig. Blautöne, die in die Richtung Violett driften und sehr tiefe Blautöne verlieren ihre kühle Wirkung zusehends, während Blau, das in die Richtung Grün/Türkis wandert, wirklich eine sehr kühle, allerdings auch sehr saubere, sterile Wirkung hat. Oft wird Blau auch als "männliche Farbe" angesehen, da Blau häufiger von Männern, als von Frauen in der Raumgestaltung angewendet wird.

    Blau - Inbegriff der Weite

    Blau ist in erster Linie die Farbe des Himmels und des Meeres. Seit jeher verbinden die Menschen die Farbe Blau mit der schier unerschöpflichen Weite dieser beiden Elemente. Aus diesem Grund wird Blau in der Malerei auch als Hintergrundfarbe bezeichnet. Blau tritt immer in den Hintergrund und lässt alle anderen Farben nach vorn treten. Maler, die diese Eigenschaft bewusst anwenden, verleihen ihren Bildern damit sehr viel Tiefe.

    Die Farbe Blau in der Raumgestaltung

    Blau spielt in der Raumgestaltung eine wichtige Rolle. Blaue Flächen wirken immer sehr weit. Blau öffnet den Raum und lässt ihn optisch weiter erscheinen, da Blau eine Hintergrundfarbe ist und optisch zurücktritt. Blau wirkt kühl und beruhigend.
    Die Farbe Blau kann sehr gut mit allen warmen Farbtönen, wie Rot, Braun, Orange oder Gelb kombiniert werden. Dadurch ergeben sich kontrastreiche, aber harmonische Gestaltungen. Die Komplementärfarbe zu Blau ist Orange. Tiefe Blautöne wirken oft sehr edel und lassen Metalle sehr gut wirken.
    Sehr harmonische Stimmungen lassen sich auch in Kombination mit Grün erreichen.

    Die unterschiedlichen Blautöne

    Oft wird das Ultramarinblau als reines Blau angesehen. Untramarinblau hat jedoch einen leichten Rotstich, der die Farbe Blau sympatischer und tiefer auf uns wirken lässt. Es ist die Farbe des Meeres, die Farbe der Tiefe.
    Coelinblau ist ein Clauton, der eher dem Blau des Himmels gleicht. Dieses Blau ist neutraler, wirkt auf uns heller, als das Ultramarinblau. Coelinblau öffnet und weitet.
    Das technisch reinste Blau ist allerdings das Cyanblau. Es ist dem Coelinblau ähnlich, wirkt auf uns Menschen allerdings eher künstlich und unnatürlich. Cyanblau ist eine der Grundfarben bei der additiven Farbmischung.
    Es gibt weitere unendlich viele Spiearten des Blaus. Es kann ins Rote oder Violette schlagen, dann wirkt es weiblicher, mystischer und wärmer, kann aber andererseits ins Grüne schlagen, wo man irgendwann beim Blau-Türkis landet. Diese Blautöne wirken sehr kalt, rein und bieten andererseits einen ästhetischen kontrast zu Orange- oder Brauntönen.

    Vorsicht beim Mischen von Blautönen

    Häufig werden Blautöne verwendet, um weiße Farben abzutönen. Hierbei erfält man schnell Ergebnisse, die so gar nicht den Vorstellugen entsprechen und oft als "Babyblau" bezeichnet werden. Es macht Sinn, beim Mischen von Blautönen den Farbton etwas zu vergrauen, also eine Spur schwarz hinzuzugeben.Das entspannt den Farbeton und er ist bei Weitem nicht mehr so süß intensiv.

  • Wasserlacke

    Informationen über wasserverdünnbare Lacke

    Immer häufiger sind in den Regalen der Fachgeschäfte wasserverdünnbare Lacke anzutreffen. Eigentlich ist es widersprüchlich, dass ein Lack wasserverdünnbar sein kann. Ein Lack besteht aus Ölen, Harze und Kunststoffen. All diese Komponenten sind nicht mit Wasser mischbar, sondern nur mit organischen Lösemitteln, wie Terpentin (-Ersatz), Nitorverdünnung, Aceton oder eventuell noch mit Alkoholen. Das Prinzip der Emulsion ist allerdings schon lange bekannt. Bestimmte Stoffe, die man dem Wasser, oder hier dem Lack zusetzt, ermöglichen es, dass dieser mit Wasser gemischt werden kann. Es entsteht eine sogenannte Emulsion. Diese Emulsion wiederum ist eine Mischung, bei der winzigste Wassertröpfchen in den Lack gemischt werden. Die älteste Emulsion, die wir kennen, ist die Milch. Bei der Milch ist Fett in Wasser gelöst, ebenfalls zwei Stoffe, die eigentlich nicht mischbar sind. Diese Stoffe, die eine Emulsion ermöglichen, nennt man Emulgatoren.

    Wie trocknen wasserverdünnbare Lacke?

    Da in wasserverdünnbaren Lacken hauptsächlich Wasser als Lösemittel verwendet wird, trocknet ein solcher Lack auch zunächst durch das Verdunsten des Wassers. Der Lack an sich trocknet allerdings auch nach wie vor noch chemisch, also durch eine chemische Reaktion. Öle trocknen zum Beispiel durch die Aufnahme von Sauerstoff. Es findet eine chemische Reaktion statt, die den Anstrich dann auch wasserfest macht und nicht wieder angelöst werden kann. Auch mit agressiven Lösemitteln kann der Anstrich zwar eventuell zerstört und entfernt werden, allerdings löst er sich sich auch hier nicht mehr auf. Ein weiterer Trocknungsprozess ist der kalte Fluss. Beim kalten Fluss befinden sich winzige Kunststoffteilchen in der Emulsion. Beim Trocknen verschwindet das Lösemittel, die Kunststoffteilchen verschmelzen zu einer Masse und bilden eine Anstrichschicht. Auch diese Schicht ist nicht mehr löslich (nicht reversibel). Häufig werden bei wasserverdünnbaren Lacken chemische Trocknung und kalter Fluss zusammen verwendet. Die Forschung geht bei der Entwicklung von wasserverdünnbaren Lacken immer neue Wege und verbessert ständig die Qualität der Anstriche.

    Wo sind die Grenzen von wasserverdünnbaren Lacken?

    Neben den vielen Vorteilen wasserverdünnbarer Lacke haben diese aber auch Grenzen. Die Enthärte dieser Lacke erreicht nicht die Werte konventioneller, lösemittelhaltiger Lacke. Auch die Oberflächenqualität entspricht nicht der von konventionellen Lacken. Der Glanzgrad wird nicht erreicht und auch der Verlauf ist nicht ganz so gut. Das liegt unter anderem ab der Oberflächenspannung des Wassers. Die Eindringtiefe auf Holzflächen ist wesentlich geringer. Ein Holzschutz ist somit gerade bei Grundierungen nicht ganz so gegeben, wie bei lösemittelhaltigen Grundierungen. Trotzdem ist in der Forschung neuer Produkte viel passiert und der Unerschied wird immer geringer, so dass wasserverdünnbare Lacke durchaus als Lösung für die Zukunft gesehen werden können.

    Sind wasserverdünnbare Lacke gesünder?

    Dadurch, dass wasserverdünnbare Lacke bei der Verarbeitung keine, oder nur sehr wenig organische Lösemittel freisetzen, sind sie für den Verarbeiter auf jeden Fall gesünder. Die fertige Lackierung hat allerdings nach der Aushärtung keine besseren Emissionswerte, wie konventionelle Lacke. Auch bei der Entsorgung fester Lackschichten gibt es keinen umwelttechnischen Vorteil. Vorsicht ist auf jeden Fall bei der Verarbeitung mit der Spritzpistole geboten. Während der Spritznebel bei konventionellen Lacken von der Lunge nicht direkt aufgenommen wird, da er sich nicht mit Wasser vermischt, ist das bei wasserverdünnbaren Lacken anders. Hier ist ein guter Atemschutz noch wichtiger!

  • Kalk

    Kalk - ein unverzichtbarer Baustoff

    Kalk ist ein einzigartiger Baustoff. Seine Verwendung ist bereits aus dem Altertum bekannt und viele Errungenschaften der Menschheit wären ohne den Baustoff Kalk überhaupt nicht möglich gewesen. Kalk ist der einzige Baustoff, der Pigment und Bindemittel in einem Stoff sind. Kalk ist fungizid, schneeweiss, feuchtigkeitsbeständig, langlebig und ein ganz natürlicher Baustoff. Kalk wird für die unterschiedlichsten Aufgaben eingesetzt, als Farbe, als Putz oder als Mörtel zum Mauern.

    Der Kreislauf des Kalks

    Kalk wird auch heutzutage noch immer aus der Natur als Kalkstein in großen Mengen abgebaut. Dieser Kalkstein hat allerdings noch keinerlei Bindemöglichkeit. Um ihn verarbeiten zu können, muss er zunächst gebrannt werden. Wie der Name es schon sagt, wird der Kalkstein einer enormen Hitze ausgesetzt. Die Brenntemperatur liegt bei ungefähr 900°C. Bei diesem Vorgang verliert der Kalk eingeschlossenes Kohlendioxid (CO2). dadurch entsteht aus Kalkstein (Kalziumkarbonat) Branntkalk (Kalziumoxid):

    CaCO3  ->  CaO + CO2

    Das Kohlendioxid ist gasförmig und entweicht in die Luft. Branntkalk liegt dann in porösen Klumpen vor und wird dann im Regelfall fein gemahlen. Auch der Branntkalk ist nicht direkt zu verwenden. Er muss zur Verarbeitung noch "gelöscht" werden. Das Löschen von Kalk geschieht einfach unter Zugabe von Wasser. Das Wassermuss jedoch mit äußerster Vorsicht unter enormen Schutzvorkehrungen langsam zugegeben werden. Beim Löschen von Kalk entsteht eine sehr heftige chemische Reaktion, die mit einer hohen Wärmeeinwirkung einher geht. Das Material spritzt sehr schnell und ist aufgrundf einer sehr hohen Alkalität stark ätzend. Besonders Augen und Schleimhäute sind zu schützen. Verätzungen führen zu irreparablen Schäden. Ein Spritzer in's Auge führt meist zur Erblindung!

    Je nachdem, wieviel Wasser zugegeben wird, entsteht verarbeitungsfertiger Kalk in Pulverform, oder nasser kalk (Sumpfkalk). Der nun entstandene Kalk ist bekannt als glöschter Kalk (Kalziumhydroxid):

    CaO + H2O -> Ca(OH)2

    Der gelöschte Kalk kann nunmehr als Baumaterial oder Kalkfarbe verwendet werden. ZUm Abbinden benötigt der Kalk sehr viel Wasser. Ein Vornässen des Untergrundes bringt sehr viel mehr Festigkeit. Das Durchhärten des Kalks geschieht dann im Laufe der Zeit durch die Aufnahme von Kohlendioxid (CO2) aus der Luft. Durch diese Kohlendioxid-Aufnahme, die durch das Brennen entwichen ist,entsteht wieder Kalkstein, unser Ausgangsprodukt. Man nennt diesen ganzen Vorgang den Kreislauf des Kalks.

    Ca(OH)2 + CO2  ->  CaCO3 + H2O

    Anwendung des Kalks

    Kalk wird auch heute noch in großen Mengen verwendet, besonders zur Herstellung von Mauermörtel oder Putz (Kalkputze, Kalk-Zementputze). Darüber hinaus findet er Anwendung als Kalkfarbe oder viele sehr edele dekorative Gestaltungstechniken, wie Kalk-Spachtelmassen, Freskomalerei oder Tadelakt. Kalk ist auch ein Bestandteil von Kalk-Kaseinfarben.

    Eigenschaften des Kalks

    Kalk hat viele positive Eigenschaften, was ihn auch nach Jahrhunderten noch zu einem unverzichtbaren Baustoff macht. Klak ist hoch alkalisch und somit von natur aus fungizid eingestellt. Ferner ist Kalk sehr haltbar und feuchtigkeitsresistent.

  • Frescomalerei

    Als Frescomalerei werden häufig historische, oder ankike Wandmalereien an sich bezeichnet. Das ist so nicht ganz richtig. Fresco bedeutet "in den Frischen". Gemeint ist frischer Kalkputz. Wenn dieser noch nicht vollständig getrocknet ist, bildet sich beim Trockenprozess eine sogenannte Sinterschicht an der Oberfläche. Diese Sinterschicht ist extrem hart. Sie entsteht, wenn durch das Abtrocknen flüssiger Kalk an die Oberfläche gelangt und dort trocknet. Werden während des Trocknungsprozesses Farbpigmente auf den frischen Putz gebracht, dient dieser Kalk als Bindemittelund bindet die Pigmente. Sie werden praktisch ein Bestandteil des Putzes. Da Kalk nach der Trocknung weiß ist, hellen die Frescoflächen nach der Trocknung stark auf. Da Kalk aber auch ein sehr reines Weiß ist, wirken Fresken bestechend leuchtend und farbrein.

  • Informationen über Lasuren

    Unter einer Lasur versteht man einen Anstrich, der nicht deckend ist, sondern den Untergrund, beziehungsweise unterliegende Anstrichschichten durchscheinen lässt. Durch den Einsatz von Lasuren lassen sich interessante Effekte erziehlen, oder bei Holzanstrichen schützen Lasuren das Holz, ohne die natürliche Holzmaserung verschwinden zu lassen.

  • Der Fachbegriff reversibel

    Als reversibel bezeichnet man Anstrichstoffe, Farben und Beschichtungen, die sich nach ihrer Durchtrocknung wieder von ihrem Lösemittel vollständig auflösen lassen und sich theoretisch wieder verwenden lassen würden. Die Anstriche trocknen physikalisch, das heißt, sie trocknen lediglich durch das Verdunsten von Lösemitteln und nicht durch eine chemische Reaktion. Beipiele für reversible Materialien sind: Leimfarbe, Nitro-Zelluloselack, Schellack, aber auch Kleister. Die meisten reversiblen Materialien stammen aus dem Bereich der historischen Materialien.

  • Patina - in Würde altern

    Als Patina bezeichet man allgemein gealterte Oberflächen, entweder durch Oxidation unregelmäßig verfärbt, oder durch Staub und Verschmutzung belegt. Eine Patina hat oft einen ganz besonderen Charme, weshalb seit jahrhunderten nach Möglichkeiten gesucht, diese Oberflächenso authentisch wie möglich zu imitieren.

    Patina durch Oxidation

    Metalloberflächen, insbesondere Silber, Messing oder Gold-Legierungen unterliegen der langsamen Oxidation. Durch Chemikalien kann dieser Prozess wesentlich beschleunigt werden. Normalerweise wird hierzu Schwefelleber (Natriumsilfid) verwendet. Es kann sowohl in Wasser, wie auch in Alkohol gelöst werden und wirkt stark patinierend. Es ist vorsichtig anzuwenden, da es noch einige Zeit nach dem Entfernen nachwirkt.

    Patina durch Lasuren

    Alle Oberflächen, insbesondere Oberflächen mit Strukturen oder anderen Texturen lassen sich hervorragend mit Lasuren patinieren. Hierzu sind im Laufe der Geschichte die unterschiedlichsten Rezepturen entstanden. Meist werden Erdpigmente mit Öl, Leim oder Wasser vermischt und sehr dünn aufgetragen. Wenn möglich wird die Patina mit dem Lappen aufgetragen. Ziel ist es immer, Oberflächen gealtert wirken zu lassen

  • Das Lüstern von Metallflächen in historischer Zeit

    Als "lüstern" bezeichnete man in historicher Zeit das Aufbringen von feinen, nahezu transparenten Lasuren auf Metalloberflächen. Diese Oberflächen waren normalerweise vergoldet. So erhielt man entweder einen gealterten Effekt, den man heutzutage als Vintage-Effekt bezeichnen würde. oder man verzierte das Werkstück subtil. Gelüstert wurde sehr häufig in der Zeit des Mittelalters. Als Farbstoffe zum Lüstern eignen sich Drachenblut, Schellack oder verschiedene Harze, die normalerweise in Alkohol gelöst wurden.

  • Kaseinfarbe

    Kaseinfaben sind historische Naturfarben von hervorragender Qualität. Kaseinfarben verwenden Käsestoff (Kasein) als Bindemittel. Grundsätzlich sind Magerquark oder reines Kasein nicht wasserlöslich, aber im alkalischen Medium lassen sich diese Bindemittel "aufschließen". Dadurch werden sie wasserlöslich und bilden ein hervorragendes Bindemittel.

    Geschichtliches

    Schon seit jeher ist die Kaseintechnik bekannt. Das liegt unter anderem an der stofflichen Verwandtschaft zwischen Kalk und tierischem Eiweiß. Zuerst wurde Milch oder Quark in Kalkfarben eingerührt um den Kalk etwas fester und beständiger wird. Im Grunde waren das schon die ersten Kaseinfarben. Kalk-Kasein hat sich immer mehr zu einem hochwertigen, langlebigen Anstrichmittel entwickelt. In der Wandmalerei spielt die Kalk-Kaseinfarbe eine entscheidende Rolle. In historischer Zeit war die Frescomalerei die gebräuchigste Form der Wandmalerei. Frescomalerei ist schwierig auszuführen und erfordert viel Geschick und Vorstellungsgabe. Durch die Kalk-Kaseintechnik war es möglich, auf eine getrocknete, fertiggestellte Frescomalerei eine Seccomalerei auszuführen. Da Kaseinfarben auch auf anderen Untergründen, wie beispielsweise Holz haftet, war der Einsatz von unterschiedlichen Kaseinfarben im Mittelalter sehr weit verbreitet. In der Neuzeit finden Kaseinfarben in Form von sogenannten Plakafarben Anwendung.

    Heutige Bedeutung

    Kaseinfarben sind hauptsächlich in der Denkmalpflege und in der Restaurierung zu finden, obwohl die Eigenschaften dieser Farben nahezu unschlagbar sind. Neben den bereits erwähnten Plakafarben (die allerdings auch inzwischen immer mehr von Acrylfarben verdrängt werden) sind in letzter Zeit Kaseinfarben von Naturfarbenherstellern, wie Auro auf dem Vormarsch.

    Eigenschaften

    Kaseinfarben sind alkalisch und somit von natur aus alkalisch und somit fungizid. Kaseinfarben sind äußerst haltbar und langlebig. Andere Leimfarben verleiren im Laufe der Zeit (...Jahrzehnte) ihe Bindekraft und fangen dann an zu kreiden. Kaseinfarben sind außerst beständig. Kaseinfarben sind recht spröde, sollten also eher mager angewendet werden. Eine andere Möglichkeit ist, Kaseinfarben mit einem Öl zu mischen und somit eine Art Temperafarbe herzustellen. Diese Farben sind von sehr hoher Qualität.

    Rezepte

    Kasein-Wandfarbe aus Magerquark

    Zutat Menge
    Magermilch 1 Liter
    Zitronensaft 1 Zitrone

     

    Für die Herstellung werden einfach die Milch und der Zitronensaft vermischt. Nach ein paar Stunden (...über Nacht) gerinnt die Milch und es entsteht ein Magerquark. Diser Quark wird durch ein Tuch gegeben, sodass die sogenannte Molke abläuft. Der Quark bleibt im Tuch und wird weiter verarbeitet. Der Quark kann schon direkt mit Pigmenten vermischt und als Wandfarbe verarbeitet werden.

    Besser ist es jedoch, dem Quark aus den oben genannten Gründen bis zu 100 g Leinöl zuzugeben und unterzurühren. Da der reine Quark keine allzu große Bindekraft besitzt, kann dem Quark auch 100 g gelöschter Kalk zugeführt werden. Der (alkalische) Kalk schließt den Quark auf und es entsteht eine sehr strapazierfähige Kalk-Kaseinfarbe, die sogar im Außenbereich angewendet werden kann.

    Um eine "echte" Kaseinfarbe in klassischer Art und Weise mit Borax herzustellen, muss man wir folgt vorgehen (Der Margerquark wird wie oben hergestellt):

    Zutat Menge
    Magerquark 500 g
    Borax 20 g
    Wasser (heiß) 100 ml

     

    Der Borax wird zunächst in dem heißen Wasser vollständig aufgelöst und dann unter den Magerquark gerührt. Wie durch Zauberei löst sich der Quark auf und es entsteht ein hervorragendes Bindemittel.

    Kaseinfarbe aus Trockenkasein

    Man benötigt:

    Zutat Menge
    Kaseinpulver 160 g
    Borax 32 g
    Wasser (heiß) 250 ml
    Wasser (kalt) 250 ml

     

    Kaseinpulver aus dem Handel wird in kaltes Wasser gegeben und über Nacht stehen gelassen. Das Kasein quillt langsam auf und setzt sich im Wasser unten ab. Danach wird wie oben beschrieben Borax in heißem Wasser gelöst und untergemischt. Nach Abkühlung kann das Kasein-Bindemittel verwendet werden, muss aber noch verdünnt werden, da dieses Kasein viel zu fett ist.

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