Tapezierfehler

Wichtig vor dem Tapezieren

Einige wichtige Dinge müssen vor dem Tapezieren beachtet werden, um Unannehmlichkeiten zu vermeiden.

Chargen oder Anfertigungsnummern

Trotz gleicher Artikelnummern kann es passieren, dass die Tapeten aus verschiedenen Chargen der Produktion stammen. Das ist kein Mangel an der Ware, allerdings muss darauf geachtet werden, dass auf einer Wand nur Tapete aus einer einzigen Charge verarbeitet wird. Auf verschiedenen, auch angrenzenden Wänden können durchaus unterschiedliche Chargen problemlos verarbeitet werden.

Untergrundvorbehandlung

Ganz besonders wichtig ist die richtige Vorbereitung des zu tapezierenden Untergrundes. Fast alle Tapezierfehler sind in einem schlecht vorbereiteten Untergrund zu suchen.

Wichtig ist zunächst, dass der Untergrund fest und tragfähig ist. Lose Anstriche, Spachtelmassen oder Putz müssen entfernt werden und ausgebessert werden. Tapeten oder Tapetenreste müssen unbedingt entfernt werden. Sandende oder stark saugende Putze oder Spachtelmassen müssen mit einem lösemittelfreien Tiefgrund grundiert werden. Danach ist zu prüfen, ob die Fläche glatt genug ist, oder ob gespachtelt und gegebenenfalls geschliffen werden muss. Da zur Zeit ganz glatte Tapeten sehr in Mode sind, ist das ein wichtiger Aspekt. Die fertige Oberfläche muss dann nochmals grundiert werden. Bei der Verarbeitung von Papiertapeten reicht eine Putz- und Haftgrunsdierung aus, bei Vliestapeten sollte man allerdings unbedingt einen Tapetengrund verwenden, da Vliestapeten einen gleichmäßig eingefärbten Untergrund benötigen. Vliestapeten sind nie komplett Blickdicht, so dass der Untergrund durchscheinen kann, wenn er nicht gleichmäßig gefärbt ist. Es bietet sich zudem bei stark farbigen Tapeten an, den Tapetengrund im Hintergrundton der Tapete einzufärben. Hierzu kann auch eine hochwertige Dispersionsfarbe verwendet werden. Auf keinen Fall sollte allerdings mit einer Latexfarbe vorgestrichen werden.

Beim Tapezieren zu beachten

Vliestapete oder Papiertapete

Bei der eigentlichen Tapezierarbeit ist es wichtig, zu wissen, ob es sich bei der Tapete um eine Vliestapete oder eine Papiertapete handelt. Einen Hinweis auf die Art der Tapete findet man auf dem Einlager in der Rolle. Vliestapeten werden teils auch mit der englischen Bezeichnung "Non Woven" ausgezeichnet. Wenn Sie unsicher sind, können Sie auch testen, worum es sich handelt. Eine Beschreibung finden Sie unter Unterschiede zwischen Vliestapeten und Papiertapeten.

Papiertapeten müssen grundsätzlich auf dem Tapeziertisch zugeschnitten werden und nach dem Einkleistern die angegebene Weichzeit im Zusammengelegten Zustand weichen. Danach kann tapeziert werden. Wird die Weichzeit nicht eingehalten oder gar ausgelassen, kann es zu einer Blasenbildung kommen, die auch nach der Trocknung nicht mehr verschwindet.

Vliestapeten brauchen keine Weichzeit und können direkt nach dem Einkleistern tapeziert werden. Alternativ kann hier auch die Wand eingeklesitert werden und die trockene Bahn in den Kleister auf der Wand eingelegt werden. Bei der Verarbeitung von Vliestapeten ist auf blasenfreie Verarbeitung zu achten. Blasen verschwinden auch nach der Trocknung nicht mehr.

Kleisterwahl

Eine Kleisterempfehlung liegt jeder Tapete im Einleger oder in den Verarbeitungshinweisen vor. Grundsätzlich werden Papiertapeten mit einem Spezialkleister für schwere Tapeten verwendet, Vliestapeten mit spezierellen Vliestapeten-Kleistern. Bei sehr schwaren Papiertapeten oder Textiltapeten kann ein Zusatz eines Dispersionsklebers erforderlich sein, um eine ausreichende Klebkraft zu erreichen. Dieser sollte jedoch so sparsam wie möglich verwendet werden.

Kleisterflecken

Kleisterrückstände auf der Tapetenoberfläche sind immer zu vermeiden und wenn sie doch entstehen, müssen sie sofort entfernt werden. Kleisterrückstände verursachen Glanzveränderungen auf der Oberfläche, im schlimmsten Fall Flecken auf der Oberfläche. Besonders beim Einsatz von Dispersionsklebern kommt es schnell zur Fleckenbildung.

Verarbeitung der Nähte

Besonderes Augenmerk ist auf die Nähte zu werfen. Tapeziert wird immer auf Stoß. Das sogenannte "Tapezieren auf schmale Naht" gehört der Vergangenheit an und führt immer zu stark sichtbaren Nähten. Nähte werden mit einem Nahtroller angedrückt. Hier sind zwei Bauarten im Handel. Es gibt konische Nahtroller und tonnenförmige Nahtroller. Die tonnenförmigen Nahtroller sind zum Tapezieren nicht zu gebrauchen und führen schnell zu offenen oder geschrumpften Nähten. Es ist immer ein konischer Nahtroller zu verwenden. Hiermit wird die Naht gefühlvoll und ohne Kleisterrückstände nachgedrückt. Besonders bei geprägten Papiertapeten, aber auch bei anderen strukturierten Tapeten solle mit Bedacht nachgedrückt werden, ohne die Struktur plattzudrücken.

Geschrumpfte Nähte

Das Schrumpfen von Nähten kann verschiedene Ursachen haben:

  • Der Kleister ist zu dünnangesetzt oder es ist zu wenig Kleister auf die Tapete bzw. auf die Wand gebracht worden
  • Besonders bei Papiertapeten ist ein zu schnelles Trocknen der Tapete zu vermeiden. Das heißt, es muss Zugluft und trockene Heizungsluft vermieden werden.
  • Es wurde ein tonnenförmiger Nahtroller verwendet, der den Kleister auf dem Nahtbereich gedrückt hat.
  • Die Tapete wurde nicht intensiv genug angedrückt

Flecken aus dem Untergrund

Wenn beim Vorstreichen mit Tapetengrund nach dem Trocknen Flecken, meist gelb gefärbt auftreten, handelt es sich um Ausblühungen aus dem Untergrund. Dies können Wasserflecken aus Wasserschaäden sein, auch wenn sie seit langer Zeit ausgetrocknet sind, Flizstifte, Fettflecken oder versottete Schornsteine. Leichte Wasserflecken können VOR dem Tapezieren mit einem Isoliergrund abgesperrt werden, aber bei stärkeren Flecken ist die Verwendung einer Isolierfolie unbedingt anzuraten. Auf fertig tapezierten Wänden ist dieser Tapezierfehler nicht mehr zu entfernen.