Holzschutz

Holz - Der wunderbare Baustoff

Informationen über Holzschutz Kein anderer baustoff hat eine so lange Tradition, wie Holz. Holz als nätürlicher Baustoff hat sich als zuverlässiges Material im Laufe der Jahrtausende bewährt. Die Beliebtheit ist bis in unsere Zeit ungebrochen. Allerdings muss Holz auch vor Witterung und Zerfall geschützt werden, da es als der Natur entliehen wurde und so Teil des natürlichen Prozesses von Leben und Tod ist. Um lange Freude am Baustoff Holz zu haben, erfordert es Augenmerk und Pflege. Wo im Innenbereich Witterungseinflüsse kaum eine Rolle spielen, muss hier das Holz aber vor Abnutzung und Beschädigung geschützt werden. Außerdem spielt hier die Wohngesundheit eine nicht zu unterschätzende Rolle. Der Einsatz von fungiziden (pilzwidrigen) Holzschutzmitteln ist nicht nur unnötig, er birgt auch Gefahren in Form von enthaltenen Giftstoffen. Wenn ein Holzschutzmittel die Aufschrift „nur für außen“ trägt, sollte das auch ernst genommen werden. Im Außenbereich hingegen ist ein Schutz vor Witterungseinflüsse, wie Feuchtigkeit oder UV-Einstrahlung besonders wichtig.
Neben dem Schutz des Holzes durch Anstriche oder Beschichtungen gibt es eine Reihe anderer Faktoren, die für die Langlebiugkeit des Holzes eine sehr große Rolle spielen.

Die Art des Holzes

Holz ist in fast allen Teilen dieser Welt verfügbar. So unterschiedlich die verschiedenen Baumarten sind, so unterschiedlich sind auch die Eigernschaften der verschiedenen Hölzer. So verwundert es nicht, dass manche Hölzer für bestimmte Anwendungen unbrauchbar sind, in anderen Situationen ihre Qualitätenvoll ausspielen. Beispielsweise ist Fichtenholz im Innenausbau zu recht sehr beliebt, da es reichlich verfügbar ist und sich leicht verrbeiten lässt. Im Außenbereich ist Fichtenholz dagegen eher minderwertig, da es extrem anfällig gegen sogenannte Bläuepilze ist, die das Holz schnell faulen lässt. Zudem ist es weich, was eine Durchnässung des Holzes erleichtert. Von den einheimischen Hölzern haben sich für den Außenbereich haben sich die folgenden Hölzer besonders bewährt:

  • Eiche
  • Lärche
  • Kiefer
  • Douglasie
  • Robinie

Allgemein kann man sagen, dass Nadelhölzer zwar leichter zu verarbeiten sind, Laubhölzer aber aufgrund ihrer kürzeren Fasern wesentlich härter und widerstandsfähiger sind.

Tropenhölzer

Tropenhölzer sind Laubhölzer aus tropischen Regenwäldern. Diese Hölzer sind extrem hart, widerstandsfähig und masshaltig. Sie sind an sich das perfekte Bauholz, allerdings verbietet sich deren Verwendung im großen Stil aus Sicht des Umweltschutzes, weil dadurch aktiv der Regenwald zerstört wird. Außerdem ist bei Anstrichen auf Tropenhölzern, besonders z.B. bei Teakholz auf die Holzinhaltsstoffe zu achten. Diese Inhaltsstoffe können dazu führen, dass normale Anstrichmittel nicht richtig trocknen können und ewig klebrig bleiben.

Holzinhaltsstoffe

Holzinhalsstoffe sind natürliche Stoffe, die im Holz enthalten sind und dem Werkstoff besondere Eigenschaften verleihen. So befindet sich insbesondere in Nadelhölzern öfter Harz. Dieses Harz hat eine zähe Konsistenz und verflüssigt sich bei Temperaturen ab ca. 60°C. Dann tritt es aus dem Holz und bildet Harzgallen. Bei direkter Sonneneinstrahlung können solche Themperaturen leicht erreicht werden, insbesonders auf dunklen Flächen. Deshalb bietet es sich an, Fenster weiß oder zumindest hell zu streichen, wenn mit Harzaustritten zu rechnen ist. Dieses ausgetretene Haz ist nur schwer zu entfernen. Wenn möglich, kann es mechanisch entfernt werden. Von einem Entfernen mit Lösemitteln ist dringend abzuraten. Hierbei wird das Harz angelöst, verteilt und noch mehr in das Holz eingerieben. Harzende Hölzer sind daher für viele Anwendungen als minderwertige Qualität anzusehen.
Andere Holzinhaltsstoffe sind beispielsweise Gerbstoffe im Eichenholz. Diese wirken sich nicht negativ af den Anstrich aus, sie sorgen aber für einen natürlichen Holzschutz. Daher ist in vielen Fällen eine Behandlung mit Bläueschutzmitteln (Holzimprägniergrund) auch im Außenbereich nicht nötig.
Teakholz beinhaltet eine Reihe an ätherischen Ölen. Diese Stoffe behindern in den meisten Fällen eine ordentliche Trocknung des Anstrichs. Lacke und Holzlasuren können nicht durchtrocknen. Deshalb ist es schwierig, diese Hölzer zu lackieren. Teakhölzer werden deshalb in der Regel mit speziellen Teakölen behandelt. Diese speziellen Öle ziehen tief in das Holz ein und bieten einen guten Schutz vor Verwitterung. Wie viele andere Tropenhölzer verwittern Teakhölzer kaum, neigen aber dazu, zu vergrauen. Diese Vergrauung ist aber ein natürlicher Prozess, der dem Holz in seiner Substanz keinen Schaden zufügt.

Holzschäden

Wenn Holz altert, schlecht gepflegt wird oder einfach eine minderwertige Qualität besitzt, kommt es zu Holzschäden. Der größte Feind des Holzes ist die direkte Sonne, genauer die Bestrahlung

Holzbefall durch Bläuepilze Links: gesundes Holz, rechts: Holz von Bläuepilzen befallen

mit UV-Licht. Diese Bestrahlung führt im Holz zum sogenannten Ligninabbau. Lignin ist der eigentliche Holzbaustoff. Wenner sich abbaut, bleibt lediglich ein Zellulosegerüst zurück. Selbst ein geringer Ligninabbau kann das Holz schädigen. Das Holz wird dadurch poröser und lässt Feuchtigheit sehr leicht eindringen. Ein solches feuchtes, organisches Substrat ist der ideale Nährboden für Pilze. Der Pilzbefall führt dann zuerst zu sichtbaren dunklen Verfärbungen, später dann zur Fäulnisbildung im Holz. Verfaultes Holz kann dann nur großflächig entfernt werden und muss dann durch neues Holz ersetzt werden. Vorbeugende Maßnahmen gegen den Befallder sogenannten Bläuepilze ist eine Behandlung mit einem Holzimprägniergrund (Bläueschutzgrund). Eine Behandlung des Holzes im Innenbereich mit einem Holzimprägniergrund ist allerdings unnötig und eher schädlich, weil man sich chemische fungizide in den Wohnbereich holt.

Masshaltigkeit

Wesentlich entscheidend für die Qualität des Holzes ist die Masshaltigkeit. Darunter versteht man die Veränderung der Maße eines Holzes, bzw. eine Verbiegung oder Verformung. Diese Veränderungen treten besonders bei mangelhaft getrocknetem Holz auf. Holz sollte grundsätzlich gut und gewissenhaft getrocknet sein. Ein zu schneller Trockenprozess führt beispielsweise schnell zur Rissbildung. Holz mit einer zu hohen Feuchtigkeit neigt nach der Verarbeitung deutlich mehr zum Befall durch Pilze. Außerdem „verziehen“ sich ungenügend getrocknete Hölzer teilweise sehr stark. Insbesondere Beim Bau von Fenstern, Türen oder Möbeln ist die Masshaltigkeit von entscheidender Bedeutung, aber auch bei Verschalungen, Zäunen oder ähnlichen Anwendungen führt eine schlechte Holzqualität zu wesentlich geringerer Lebensdauer und mangelhafter Optik.

Unter dem Begriff der Maßhaltigkeit versteht man die Verformung des Holzes im Laufe der Zeit unter verschiedenen Einflüssen. Man teilt Hölzer in drei Gruppen ein, die unterschiedlich geschützt werden müssen:

  • Maßhaltige Hölzer
  • Begrenzt maßhaltige Hölzer
  • Nicht maßhaltige Hölzer

Maßhaltige Hölzer werden zum Bau von Türen, Fenstern oder Möbeln verwendet. Die Oberflächen brauchen hier einen guten Schutzfilm, der ein Eindringen von Feuchtigkeit verhindert und das Holz in seiner Oberfläche schützt.
Begrenzt maßhaltige Hölzer, zum Beispiel für Verschalungen oder Dachüberstände, sowie nicht maßhaltige Hölzer, zum Beispiel Zäune, benötigen einen anderen Holzschutz. Hier sollte die Oberfläche möglichst offen sein. Schichten und Filme auf der Oberfläche reißen durch Bewegungen des Holzes auf, es entstehen Spannungsrisse, die Feuchtigkeit eindringen lassen, die dann schlecht wieder verdunsten kann. Diese Hölzer brauchen einen Holzschutz der das Holz von innen schützt, tief eindringt und keinen Film bildet.

Konstruktiver Holzschutz

Unter dem Begriff des kunstruktiven Holzschutzes versteht der Fachmann eine ganz grundsätzliche Sache. Es geht darum, das Holz bereits bei der Verarbeitung durch konstruktive Maßnahmen zu schützen. Es geht in erster Linie darum, dass Wasser schnell und vollständig ablaufen kann. Dazu muss bei waagerechten Flächen eine Neigung von mindestens 20° eingehalten werden. Weiterhin müssen die Ecken bei Ablaufflächen abgerundet werden. An den Unterseiten waagerechter Flächen müssen Tropfkanten eingebaut sein, damit Wasser nicht an Untersichten verweilt.
Zum konstruktiven Holzschutz gehört auch ein ausreichend breiter Dachüberstand. Dachüberstände können sehr gut vor Regen und direkter Sonneneinstrahlung schützen, so dass das Holz wesentlich langlebiger ist.
Sehr wichtig ist auch der Schutz von Hirnholzflächen. Hirnholz ist eine Fläche, bei der der Stamm quer durchgesägt wurde, wo also die Jahresringe sichtbar sind. Hier wurden die Versorgungsleitungen des Baumes durchgeschnitten, durch die hier sehr leicht Wasser und Feuchtigkeit eindringen kann. Hirnholzflächen haben eine sehr hohe Kapillarwirkung und müssen intensiv durch Holzschutzmittel geschützt werden. Zuletzt ist noch besonders wichtig, dass Holz keinen Erdkontakt hat. Im Erdreich leben zahlreiche Mikroorganismen, die Holz in kurzer Zeit zersetzen. Außerdem ist es dort dauerfeucht.

Der richtige Holzschutz

Aufgrund all dieser Eigenschaften von Holzflächen ist ein geeigneter Holzschutzanstrich im Außenbereich äußerst wichtig. Hier zu sparen kann sehr teuer werden. Vielmehr kommt es auf hochwertiges Material, die richtige Verwendung und den korrekten Anstrichaufbau an, damit Sie lange Freude an Ihren Holzflächen haben. Bereits beschädigtes Holz zu erhalten ist meist sehr aufwendig.

Holzschutzlasuren

Holzschutzlasuren sind transparente Anstrichmittel, die mit speziellen Lasurpigmenten eingefärbt wurden und dem Holz einen speziellen Farbton verleihen. Es sind auch farblose Holzlasuren im Handel, die aber für Außenanstriche nicht geeignet sind. Der Grund ist, dass der Anstrich dann keinen Schutz für die schädliche UV-Einstrahlung besitzt. Je dunkler eine Holzschutzlasur ist, um so wirksamer ist der UV-Schutz. Holzschutzlasuren teilt man ein in dünnschichtige Lasuren und Dickschichtlasuren. Maßhaltige Anstriche (Türen, Fenster) sollten mit filmbildenden, also Dickschichtlasuren gestrichen werden. Diese Lasuren bilden eine Schicht auf der Oberfläche, die das Holz schützt. Rohe Holzstellen sollten vorher aber unbedingt mit einem tief wirksamen Holzimprägniergrund oder einer Dünnschichtlasur vorbehandelt werden, die tief in das Holz eindringt.
Nicht maßhaltige Hölzer dürfen nicht mit einer Dickschichtlasur gestrichen werden. Der Anstrich ist nicht elastisch genug, um die Bewegungen des Holzes mitzugehen, weshalb die Oberfläche bricht und Wasser unter den Anstrich ziehen kann. Hier müssen Dünnschichtlasuren verwendet werden, die tief in das Holz eindringen, aber keine Schicht bilden.

Deckende Anstriche

Auch deckende Anstriche auf Holz sind möglich. Hier werden heutzutage für nicht maßhaltige Hölzer entweder hochelastische Acrylfarben oder die altbewährten Ölfarben verwendet. Beide Anstriche sind diffusionsoffen, das heißt, Feuchtigkeit kann entweichen. Durch die hohe Elastizität macht der Anstrich alle Holzbewegungen mit.
Maßhaltige Hölzer können auch lackiert werden. Für Fenster werden erfolgreich sogenannte Ventilationslacke verwendet, die zwar eine dichte Schicht bilden, aber dennoch Feuchtigkeit herauslassen.

Durchschlagen

Bei deckenden Anstrichen mit wasserverdünnbaren Anstrichmitteln kann es in einigen Fällen zum Durchschlagen kommen. Das heißet, das auf dem fertigen Anstrich direkt nach der Trocknung meist gelbe oder bräunliche Flecken entstehen. Diese Flecken lassen sich auch durch mehrmaliges Überarbeiten nicht beseitigen. Hier werden wasserlösliche Inhaltsstoffe im Holz gelöst, sodass sie beim Trocknen an die Oberfläche geraten und den Anstrich verfärben. Bei weiteren Anstrichen schlagen diese Flecken deshalb erneut durch. Hier muss mit einem speziellen Isoliergrund grundiert werden, der ein Durchschlagen verhindert.

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