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Bindemittel

Der Begriff Bindemittel

Als Bindemittel bezeichnet man einen Stoff, der bei Anstrichmitteln das Pigment bindet und den späteren Anstrichfilm nach der Trocknung bildet. Das Bindemittel ist somit maßgeblich an den Eigenschaften eines Anstrichmittels verantwortlich. Der Begriff Bindemittel ist sehr weit gefasst und umfasst eine große Anzahl an unterschiedlichsten Reagenzien. Man klassifiziert Bindemittel in wasserlösliche Bindemittel und nicht wasserlösliche Bindemittel. Zudem gibt es noch Dispersionen, das sind an sich nicht wasserlösliche Bindemittel, die allerdings durch einen Zusatz gelöst werden können. Bindemittel sind weitestgehend transparent und erhalten durh die Zugabe eines Pigmentes einen Farbton. Die einzige Ausnahme übernimmt Kalk, der sowohl Bindemittel, als auch Pigment ist.

Leim

Leime wurden schon seit sehr langer Zeit als Bindemittel verwendet. Diese Leime sind wasserlöslich und können sowohl pflanzlicher, als auch tierischer Natur sein. Sie müssen im kalten Wasser quellen und können dann verwendet werden, oder müssen dann noch erhitzt werden.

Pflanzliche Leime

Ale pflanzlichen Leime sind nach der Quellzeit im Wasser sofort verwendbar und müssen nicht erhitzt werden. Zu den pflanzlichen Leimen gehören Dextrinleim, Zelluloseleim oder Kasein. Zelluloseleim wurde in historischer Zeit zur Herstellung der Leimfarbe verwendet. Zelluloseleime haben den Nachteil, dass sie stark reversibel sind, sich also wieder vollständig im Wasser lösen lassen und somit unbeständig gegen jede Feuchtigkeitseinwirkung sind. Ferner bauen sich diese Leime im Laufe der Zeit ab, was zum kreiden des Anstrichs führt. Eine etwas andere Form des Zelluloseleims mit etwas längeren Molekülstrukturen wird bis heute zum Tapezieren als Methyl-Zellulosekleister verwendet. Dextrin und Kasein haben die erwähnten Nachteile nicht, sind aber heutzutage auch nur noch in der Resauration gebräuchlich. Kaseinleime finden Verwendung in den Kaseinfarben.

Tierische Leime

Zu den tierischen Leimen gehören die Haut- und Knochenleime, die auch als Heißleime bezeichnet werden. Wie der Name schon sagt, werden diese Leime aus Schlachtabfällen gewonnen und müssen nach dem Quellen erhitzt werden und dann heiß verarbeitet werden. Ein sehr sauberer Heißleim ist die Gelatine, die auch für Lebensmittel verwendet wird. Im Handwerk wird Gelatine teilweise zum Ausführen von Hinterglasvergoldungen verwendet. Gelatine gehört zu den Knochenleimen. Im Gegensatz dazu sind Hautleime etwas elastischer als die doch sehr sröden und harten Knochenleime. Hautleime finden hauptsächlich Verwendung in der Herstellung von Kreidegründen und Gessogrundierungen zum klassischen Grundieren von Leinwänden in der Ölmalerei oder zum Aufbau einer Polimentvergoldung. Kreidegründe mit Hautleimen lassen sich sehr gut mit einem Achatpolierstein verpressen und dauerhaft auf Hochglanz polieren. Diese Kreidegründe finden auch Verwendung in der Wismutmalerei. Weitere, recht exotische tierische Leime sind die Hausenblase oder der Fischleim. Beide Bindemittel finden nur sehr selten Verwendung in ganz speziellen Fällen bei Vergoldungen. So wird Hausenblase oft statt der Gelatine beim Aufbau einer Hinterglasvergoldung verwendet. Hausenblase sorgt für einen etwas strahlenderen Hochglanz, wenn sie richtig verwendet wird. Es handelt sich hierbei um die getrockneten Schwimmblasen von Fischen, normalerweise von Stöhr. Beim Ansatz der Hausenblase wird ein trockenes Stück in Wasser aufgequollen, erhitzt und dann gefiltert.