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Archiv für den Monat: Januar 2019

  • Informationen über Lasuren

    Unter einer Lasur versteht man einen Anstrich, der nicht deckend ist, sondern den Untergrund, beziehungsweise unterliegende Anstrichschichten durchscheinen lässt. Durch den Einsatz von Lasuren lassen sich interessante Effekte erziehlen, oder bei Holzanstrichen schützen Lasuren das Holz, ohne die natürliche Holzmaserung verschwinden zu lassen.

  • Informationen über Tapisserie

    Als Tapisserie bezeichnet man allgemein ein sich wiederholendes Muster. Im Grunde hat also jede Mustertapete eine Tapisserie. Bedeutsam war dies in historischer Zeit bei der Herstellung von Tapeten im Handdruck. Hier wurden Druckplatten hergestellt, die ähnlich wie Stempel funktionierten und das Muster wurde fortwährend möglichst passgenau aufgedruckt. Das einzelne Muster eines solchen Handdrucks bezeichnete man als Tapisserie. Der Begriff ist auch heute noch gebräuchlich, meist in Verbindung mit sich wiederholenden Mustern bei Teppichen.

  • Der Fachbegriff reversibel

    Als reversibel bezeichnet man Anstrichstoffe, Farben und Beschichtungen, die sich nach ihrer Durchtrocknung wieder von ihrem Lösemittel vollständig auflösen lassen und sich theoretisch wieder verwenden lassen würden. Die Anstriche trocknen physikalisch, das heißt, sie trocknen lediglich durch das Verdunsten von Lösemitteln und nicht durch eine chemische Reaktion. Beipiele für reversible Materialien sind: Leimfarbe, Nitro-Zelluloselack, Schellack, aber auch Kleister. Die meisten reversiblen Materialien stammen aus dem Bereich der historischen Materialien.

  • Leimdrucktapeten und Tapeten im Flexodruck

    Der Leimdruck

    Leimdrucktapete Herstellung (Foto: Pihlgren ja Ritola) Produktion einer Leimdrucktapete

    Das Leimdruckverfahren ist eines der ältesten Druckverfahren für Tapeten. Gedruckt wird im Hochdruckverfahren, das heißt, die eher pastöse Druckfarbe wird auf erhabene Stellen einer Druckwalze gegeben. Sie wird schließlich auf das Trägermaterial abgegeben. Die Farbe wird dabei von der erhabenen Stellen auf den Druckwalzen aufgenommen. Dieses Druckverfahren wird als Hochdruck-Verfahren bezeichnet.
    Leimdrucktapeten haben einen typischen Charakter. Der Druck ist plakativ und einfarbig, oder es wird mit mehreren Druckrollen gedruckt. Dafür muss die Tapete passgenau über die Rollen der Druckmaschine laufen, die in unterschiedlichen Farben drucken. Um eine hohe Passgenauigkeit zu erreichen, wird am Rand eine Selfkante mitgedruckt. Auf diesem Rand werden Punkte mitgedruckt, die eine Position des Musters markiert. Die nächste Druckrolle muss so positioniert werden, dass die Punkte der Selfkante exakt aufeinander treffen. Dann passt das Muster. Häufig passen die unterschiedlichen Druckgänge nicht exakt übereinander. Somit kann es zu einem leichten Versatz kommen. Diese minimale Ungenauigkeit, sowie die pastös und grob aufgetragene Druckfarbe macht den Charme der Leimdrucktapeten aus. Die Produktion dieser Tapeten ist zeitaufwendig und erfordert viel Handarbeit. Aus diesem Grund sind Leimdrucktapeten hochpreisiger und ausschließlich im gut sortierten Fachhandel zu finden. Leimdrucktapeten sind heute exquisite Wandbeläge.

    Der Flexodruck

    Dieses Druckverfahren ist dem Leimdruck ähnlich. Lediglich wurden die Druckrollen weiter entwickelt und die Druckfarben sind weniger pastös. Flexodrucktapeten sind den Leimdrucktapeten ähnlich, haben jedoch nicht diesen Charakter des pastösen Farbauftrags. Der Vorteil des Flexodrucks liegt in der rationelleren Produktion. Der Druck läuft schneller und kann automatisiert werden, wodurch die Kosten der Produktion sinken.

    Leimdrucktapeten im Fachhandel

    Leimdruck-Druckrollen (Foto: Pihlgren ja Ritola) Druckrollen für den Leimdruck

     

    Leimdrucktapeten sind in der Regel historische oder nostalgische Tapeten. In jener Zeit war es nicht üblich, Wandbeläge oder Tapeten verschiedener Muster im Raum zu tapezieren. So wurde beispielsweise nie eine Wand mit einer Mustertapete und den Rest passend mit einer Unitapete tapeziert. Vielmehr wurde der ganze Raum mit einer Mustertapete tapeziert. Aus diesem Grund gibt es in den Kollektionen historischer Tapeten selten Unitapeten passend zu den Mustertapeten.

    Warum werden Leimdrucktapeten noch produziert?

    Historische Leimdrucktapete (Foto: Pihlgren ja Ritola) Historische Leimdruckmaschine von Pihlgren ja Ritola, auf der heute noch produziert wird

    Wie beschrieben ist die Produktion der Tapeten im Leimdruck aufwendig und kostspielig. Diese Tapeten sind heute wesentlich hochpreisiger als andere industriell hergestellte Tapeten. Allerdings haben diese Tapeten einen besonderen Charme. Durch den pastösen Farbaufdruck haben sie trotz der glatten Oberfläche eine haptische Wirkung und lassen sich erfühlen. Die Tapeten wirken nicht wie ein Industrieprodukt, sonndern wie eine handwerkliche Arbeit. Leichte Unregelmäßigkeiten im Druck und lasierende Flächen, die an einen Linodruck oder Kartoffeldruck erinnern, haben einen künstlerischen Anspruck. Die Druckrollen wurden in präziser Handarbeit gefertigt und sind kein Produkt aus dem Computer. Die handwerklichen Spuren, die zugleich die präzise Arbeit offenbaren machen diese Tapeten in unserer technisierten Welt begehrenswert. Die Zahl der Liebhaber dieser Tapeten, oft sind es historische Papiertapeten, wird zunehmend größer. Es ist nicht abzusehen, dass die Produktion mit den historischen Druckmaschinen eine Ende findet. Im Gegenteil, es gibt Hersteller, die mit der Produktion kaum nachkommen und sehr lange Lieferzeiten haben.

    Was ist bei der Verarbeitung von Leimdrucktapeten zu beachten?

    (Foto: Pihlgren ja Ritola)

    Leimdrucktapeten werden heute mit modernen Druckfarben gedruckt. Auch historische Tapeten sind mindestens waschbeständig. Kleisterflecken lassen sich daher problemlos entfernen. Es gibt einige, sehr wenige historische Papiertapeten, die noch mit einer Selfkante ausgeliefert werden. Wenn dies der Fall sein sollte, weisen wir in der Artikelbeschreibung ausdrücklich darauf hin. Heutige Leimdrucktapeten lassen sich wie gewohnt auf Stoß tapezieren. Es handelt sich um hochwertige Tapeten, die sich ohne sichtbare Nähte tapezieren lassen. Die meisten Leimdrucktapeten sind Vliestapeten. Einige Tapeten sind historische Papiertapeten. Auf jeden Fall ist das Trägermaterial, ob Vliesträger oder Papierträger ausgezeichnet.

    Wo werden Leimdrucktapeten noch produziert?

    Die Leimdrucktapeten werden in erster Linie in Skandinavien oder Großbritanien produziert. Hier hat die Tapetenproduktion eine lange Tradition. In den Ländern Nordeuropas ist man traditionsbewusst, was sich auf die Tapetenmotive auswirkt. In Deutschland wurde in der Zeit der 60er und 70er Jahre die Produktion der Tapeten modernisiert. Tiefdruckverfahren eroberten hierzulande den Markt und die alten Druckmaschinen wurden entsorgt.

    Wo werden Leimdrucktapeten verarbeitet?

    Leimdrucktapeten sind Liebhaberstücke. Sie finden ihren Platz in Privaträumen mit historischen Einrichtungen oder Einrichtungen im Landhausstil. Skandinavische Einrichtungsstile lassen sich mit klassischen Tapeten aufwerten. Klassische Tapeten mit Damastmustern entfalten mit einem Leimdruck eine authentische, stilechte Wirkung und Wertigkeit. Der Jugendstil erfreut sich großer Beliebtheit. In dieser Stilrichtung gibt es einen großen Fundus an klassischen Tapetenmustern, die erst im Leimdruckverfahren authentisch wirken. Natürlich sind auch Museen, Theater oder ähnliche Institutionen Abnehmer solcher Tapeten.

  • Patina - in Würde altern

    Als Patina bezeichet man allgemein gealterte Oberflächen, entweder durch Oxidation unregelmäßig verfärbt, oder durch Staub und Verschmutzung belegt. Eine Patina hat oft einen ganz besonderen Charme, weshalb seit jahrhunderten nach Möglichkeiten gesucht, diese Oberflächenso authentisch wie möglich zu imitieren.

    Patina durch Oxidation

    Metalloberflächen, insbesondere Silber, Messing oder Gold-Legierungen unterliegen der langsamen Oxidation. Durch Chemikalien kann dieser Prozess wesentlich beschleunigt werden. Normalerweise wird hierzu Schwefelleber (Natriumsilfid) verwendet. Es kann sowohl in Wasser, wie auch in Alkohol gelöst werden und wirkt stark patinierend. Es ist vorsichtig anzuwenden, da es noch einige Zeit nach dem Entfernen nachwirkt.

    Patina durch Lasuren

    Alle Oberflächen, insbesondere Oberflächen mit Strukturen oder anderen Texturen lassen sich hervorragend mit Lasuren patinieren. Hierzu sind im Laufe der Geschichte die unterschiedlichsten Rezepturen entstanden. Meist werden Erdpigmente mit Öl, Leim oder Wasser vermischt und sehr dünn aufgetragen. Wenn möglich wird die Patina mit dem Lappen aufgetragen. Ziel ist es immer, Oberflächen gealtert wirken zu lassen

  • Das Lüstern von Metallflächen in historischer Zeit

    Als "lüstern" bezeichnete man in historicher Zeit das Aufbringen von feinen, nahezu transparenten Lasuren auf Metalloberflächen. Diese Oberflächen waren normalerweise vergoldet. So erhielt man entweder einen gealterten Effekt, den man heutzutage als Vintage-Effekt bezeichnen würde. oder man verzierte das Werkstück subtil. Gelüstert wurde sehr häufig in der Zeit des Mittelalters. Als Farbstoffe zum Lüstern eignen sich Drachenblut, Schellack oder verschiedene Harze, die normalerweise in Alkohol gelöst wurden.

  • Historische Tapeten mit Self-Kante

    Was ist eine Self-Kante?

    Tapeten werden auch in unserer heutigen Zeit mit einer Self-Kanten gedruckt, die aber werksseitig entfernt werden. Die Kanten sind dadurch exakt gerade, so dass heutige Tapeten auf Stoß ohne sichtbare Näthe tapeziert werden können. In historischer Zeit wurden diese Kanten nicht entfernt. Sie wurden dann mit der Schere vom Handwerker einseitig abgeschnitten. Die Tapete wurde mit der Self-Kante an einer Seite tapeziert, die nächste Bahn wurde dann überlappend tapeziert, wodurch die Kante verschwand. Die Nahtbereiche waren dann aber durch das überlappende tapezieren sichtbar.

    Warum gibt es die Self-Kante?

    Selten werden Tapeten in einem Druckvorgang gedruckt. In den meisten Fällen werden mehrere Druckvorgänge übereinander gedruckt. Um die Druckwalzen exakt auszurichten werden auf der Selfkante Punkte, Linien oder Kreise gedruckt, die übereinander passen müssen, um ein Muster passgenau zu plazieren.

  • Kaseinfarbe

    Kaseinfaben sind historische Naturfarben von hervorragender Qualität. Kaseinfarben verwenden Käsestoff (Kasein) als Bindemittel. Grundsätzlich sind Magerquark oder reines Kasein nicht wasserlöslich, aber im alkalischen Medium lassen sich diese Bindemittel "aufschließen". Dadurch werden sie wasserlöslich und bilden ein hervorragendes Bindemittel.

    Geschichtliches

    Schon seit jeher ist die Kaseintechnik bekannt. Das liegt unter anderem an der stofflichen Verwandtschaft zwischen Kalk und tierischem Eiweiß. Zuerst wurde Milch oder Quark in Kalkfarben eingerührt um den Kalk etwas fester und beständiger wird. Im Grunde waren das schon die ersten Kaseinfarben. Kalk-Kasein hat sich immer mehr zu einem hochwertigen, langlebigen Anstrichmittel entwickelt. In der Wandmalerei spielt die Kalk-Kaseinfarbe eine entscheidende Rolle. In historischer Zeit war die Frescomalerei die gebräuchigste Form der Wandmalerei. Frescomalerei ist schwierig auszuführen und erfordert viel Geschick und Vorstellungsgabe. Durch die Kalk-Kaseintechnik war es möglich, auf eine getrocknete, fertiggestellte Frescomalerei eine Seccomalerei auszuführen. Da Kaseinfarben auch auf anderen Untergründen, wie beispielsweise Holz haftet, war der Einsatz von unterschiedlichen Kaseinfarben im Mittelalter sehr weit verbreitet. In der Neuzeit finden Kaseinfarben in Form von sogenannten Plakafarben Anwendung.

    Heutige Bedeutung

    Kaseinfarben sind hauptsächlich in der Denkmalpflege und in der Restaurierung zu finden, obwohl die Eigenschaften dieser Farben nahezu unschlagbar sind. Neben den bereits erwähnten Plakafarben (die allerdings auch inzwischen immer mehr von Acrylfarben verdrängt werden) sind in letzter Zeit Kaseinfarben von Naturfarbenherstellern, wie Auro auf dem Vormarsch.

    Eigenschaften

    Kaseinfarben sind alkalisch und somit von natur aus alkalisch und somit fungizid. Kaseinfarben sind äußerst haltbar und langlebig. Andere Leimfarben verleiren im Laufe der Zeit (...Jahrzehnte) ihe Bindekraft und fangen dann an zu kreiden. Kaseinfarben sind außerst beständig. Kaseinfarben sind recht spröde, sollten also eher mager angewendet werden. Eine andere Möglichkeit ist, Kaseinfarben mit einem Öl zu mischen und somit eine Art Temperafarbe herzustellen. Diese Farben sind von sehr hoher Qualität.

    Rezepte

    Kasein-Wandfarbe aus Magerquark

    ZutatMenge
    Magermilch1 Liter
    Zitronensaft1 Zitrone

     

    Für die Herstellung werden einfach die Milch und der Zitronensaft vermischt. Nach ein paar Stunden (...über Nacht) gerinnt die Milch und es entsteht ein Magerquark. Diser Quark wird durch ein Tuch gegeben, sodass die sogenannte Molke abläuft. Der Quark bleibt im Tuch und wird weiter verarbeitet. Der Quark kann schon direkt mit Pigmenten vermischt und als Wandfarbe verarbeitet werden.

    Besser ist es jedoch, dem Quark aus den oben genannten Gründen bis zu 100 g Leinöl zuzugeben und unterzurühren. Da der reine Quark keine allzu große Bindekraft besitzt, kann dem Quark auch 100 g gelöschter Kalk zugeführt werden. Der (alkalische) Kalk schließt den Quark auf und es entsteht eine sehr strapazierfähige Kalk-Kaseinfarbe, die sogar im Außenbereich angewendet werden kann.

    Um eine "echte" Kaseinfarbe in klassischer Art und Weise mit Borax herzustellen, muss man wir folgt vorgehen (Der Margerquark wird wie oben hergestellt):

    ZutatMenge
    Magerquark500 g
    Borax20 g
    Wasser (heiß)100 ml

     

    Der Borax wird zunächst in dem heißen Wasser vollständig aufgelöst und dann unter den Magerquark gerührt. Wie durch Zauberei löst sich der Quark auf und es entsteht ein hervorragendes Bindemittel.

    Kaseinfarbe aus Trockenkasein

    Man benötigt:

    ZutatMenge
    Kaseinpulver160 g
    Borax32 g
    Wasser (heiß)250 ml
    Wasser (kalt)250 ml

     

    Kaseinpulver aus dem Handel wird in kaltes Wasser gegeben und über Nacht stehen gelassen. Das Kasein quillt langsam auf und setzt sich im Wasser unten ab. Danach wird wie oben beschrieben Borax in heißem Wasser gelöst und untergemischt. Nach Abkühlung kann das Kasein-Bindemittel verwendet werden, muss aber noch verdünnt werden, da dieses Kasein viel zu fett ist.

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